Tipps Teil III: Vor dem Säen – Lehmboden & Allgemeine Voraussetzungen

Lehmboden / Tonboden / Schwerer Boden
Die kleinsten Bestandteile der festen Teilchen sind Tonteilchen, die im Allgemeinen einen Durchmesser von weniger als 0,002 Millimeter haben. Durch diese feinen Poren wird Wasser sehr gut gehalten, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass Wasser nur schwer ablaufen kann und Staunässe bei sehr tonhaltigen Böden ein ernsthaftes Problem sein kann.
Ebenso wird zum Schweren Boden ein stark lehmhaltiger Boden gezählt, der sich ebenso wie Tonboden durch eine hohe Verdichtbarkeit und sehr gute Speicherfähigkeit von Wasser auszeichnet, aber gleichzeitig, genau wie Tonboden, schnell zu Staunässe neigt. Neben der Staunässe kann ein Luftmangel  für die Pflanzenwurzeln problematisch sein.
Auf der einen Seite hält der schwere Boden auch im Frühjahr die Feuchtigkeit sehr lange und damit einhergehend hält diese Bodenart lange die winterlichen Temperaturen. Pflanzenwachstum kann durch diese kühlen Umgebungen verzögert werden. Ist ein schwerer Boden abgetrocknet, bildet sich eine sehr harte Struktur, die von Rissen durchzogen werden kann. Sowohl trockener, als auch sehr nasser Lehm- oder Tonboden kann nur schwer bearbeitet werden und ein Umgraben oder auch eine Bepflanzung ist sehr schwierig, so dass ein optimales Zeitfenster zur Bodenbearbeitung gewählt werden muss.
Augrund der o.g. Bedingungen sollte die Struktur solcher Böden mit geeigneten Materialien aufgebessert werden.

Bodenverbesserung für schwere Lehm- und Tonböden
Stark lehm- oder tonhaltiger Boden sollte mit weiteren Bestandteilen vermischt werden. Auf der einen Seite bringt eine Durchsetzung mit Sand schon eine wesentliche Verbesserung im Hinblick auf Wasserdurchlässigkeit. Zudem kann die Struktur des Bodens durch organische Materialien, wie reifen Kompost, gelockert werden, indem sich dieser mit dem Tonboden zu größeren Krümeln verbindet und damit Anzahl und Größe der Hohlräume vergrößert wird und somit ebenfalls die Luftversorgung für die Pflanzenwurzeln optimiert wird.
Neben dem Einbringen von grobkörnigeren Bestandteilen hilft auch eine regelmäßige mechanische Belüftung des Bodens. Vor dem Winterfrost sollte tief umgegraben werden, denn dadurch eindringendes Wasser gefriert im Winter und dehnt sich aus. Sozusagen wird der Boden „aufgesprengt“ und dadurch gut für eine Belüftung im Frühjahr vorbereitet. Große Erdklumpen sollten ebenfalls mechanisch zerkleinert werden.  Auch vielfach als Unkraut bezeichneter Gründünger kann mit der entstehenden Verwurzelung für eine nachhaltige Bodenlockerung sorgen.

Tiefenlockerung und Dränage
Sollten die oben aufgeführten Maßnahmen zu keinem ausreichenden Ergebnis führen, kann zusätzlich eine sog. Tiefenlockerung in Kombination mit einer Drainage notwendig sein. Maschinelle Bodenlockerung wird dabei in der Regel vom Fachmann mit den speziellen Maschinen vorgenommen. Sollte sich Staunässe weiterhin als Problem erweisen, kann auch eine Drainage als ständiger Wasserabfluss in den Boden eingearbeitet werden. Dazu werden spezielle Drainagerohre im Untergrund in  ein Bett aus groben Materialien wie Sand oder Kies gelegt. Aus dieser natürlichen Wanne wird das Stauwasser durch die Rohre dann abgeführt. Auch mit diesen Maßnahmen sollte ein Fachmann betraut werden.

Allgemeine Bodenvoraussetzungen für eine gelungene Rasensaat
Auch wenn  Rasen keine übermäßig hohen Anforderungen an den Boden stellt, sollte trotzdem eine Reihe von Grundvoraussetzungen erfüllt sein, damit sowohl Rasensaat wie auch Fertig- oder Rollrasen gedeiht und langfristig ein schönes Ergebnis resultiert. Gerade weil oftmals an Neubauten Rasenflächen neu angelegt werden, ist hier auf eine qualitativ gute Erde bzw. guter Mutterboden zu achten, mit dem die Bereiche aufgefüllt werden. Hingegen dieser Empfehlung werden zur Verfüllung teilw. Überbleibsel der Bautätigkeit (div. Abfälle, Glasmüll, nicht gebrauchtes Baumaterial bis hin zu brauchbarem Werkzeug) gemischt mit Sandresten oder anderen Materialien verfüllt und nur sehr oberflächlich mit qualitativ hochwertiger Gartenerde überdeckt, um zumindest den optischen Eindruck einer guten Basis für einen Garten zu wahren. An dieser Stelle bereits auf entsprechend geeignete Materialien zur Verfüllung zu achten bewahrt vor nachträglichen Arbeiten.
Herrschen diese extrem schwierigen Bedingungen, kann sogar ein Tausch des Erdreiches notwendig werden, um überhaupt ein Gedeihen und Wachsen von Rasen und anderen Pflanzen zu ermöglichen. Gerade bei größeren Flächen ist die per Hand fast nicht mehr zu leisten, sondern entsprechendes Gerät zur Unterstützung hier notwendig bzw. direkt der Fachmann mit der Aufgabe zu betrauen. Bei der Austauscherde ist darauf zu achten, dass vor allem freiliegende Erde mit vielen Fremdsamen „verunreinigt“ sein kann und daraus ein vermehrter Wuchs von Unkraut resultieren kann. Ansonsten sollte Erde ausreichend Wasser speichern können und ebenso mit ausreichend Sonne versorgt werden. Für schattigere Stellen eignen sich spezielle Schattensaatmischungen, die auch mit wenig Sonne gedeihen können.

Viele Grüße,

Alexander Kipp
Vom Kerkhoff-Grün Team

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